Meine ersten Weltcuppunkte

Sehr zufrieden kehrte ich anfangs Woche aus Borås, Schweden von der ersten Weltcuprunde zurück. Als Neuling im erfahrenen Schweizer Weltcup-Team, freute ich mich sehr auf dieses Erlebnis. Es war schwierig einzuschätzen, was ich an den Wettkämpfen im dichtegepackten Feld voller Weltklasse-Athleten erreichen kann. Dass ich sowohl im Einzel-, als auch im KnockOut-Sprint in die Top 40 laufe und somit sogar einige Weltcuppunkte hole, war für mich ein grosser Erfolg. Insbesondere weil das Gelände und die Art von Sprint-OL nicht gerade auf uns Schweizer zugeschnitten war. Besonders glücklich bin ich über die KnockOut-Qualifikation, bei welcher ich mit nur 16 Sekunden Rückstand 6. wurde und mir im Sekundenkrimi einen Viertelfinalplatz sichern konnte. Schliesslich musste ich mich dann aber in eben diesem Viertelfinal geschlagen geben. Bei der abschliessenden Sprint-Staffel war ich Ersatzläufer für die Schweiz, und da es mich nicht brauchte, konnte ich mit Schweden ein Mixed-Team bilden und den guten 16. Rang erreichen.

Ich konnte in dieser Woche sehr viel lernen und viele positive Erfahrungen mitnehmen. Mein Einstand im Weltcup war sehr solid und ich werde weiter hart arbeiten, um das nächste Mal bereits ein Stück weiter vorne zu sein.

Die Sprint-SM nächstes Wochenende bildet den Abschluss meines Sprint-Fokus und ab da wird wieder auf den Wald-OL fokussiert. Im Optimalfall sind die EM in Estland und die Studenten-WM in der Schweiz Anfangs resp. Mitte August die nächsten internationalen Wettkämpfe auf meinem Programm. Zusammen mit den Prüfungen an der ETH gibt das einen durchgetakteten Sommer.  

Tino Polsini, 3. Juni 2022


10Mila-Erfolg und Weltcup-Debut

Ende April fanden die ersten Testläufe dieses Jahres statt. Diese waren Selektionsgrundlage für die erste Weltcuprunde Ende Mai in Schweden. Ich wusste, dass meine Form gut ist und dass ich mit guten technischen Performances also Chancen auf eine Qualifikation haben sollte. Die Zuversicht kam von den guten Resultaten an den Nachtmeisterschaften und an den ersten nationalen OLs. Am Ende des TLs in Dänemark habe ich dann leider noch eine hartnäckige Erkältung eingefangen und konnte am ersten Testlauftag nicht teilnehmen. Ich konzentrierte mich auf meine Erholung und wusste, dass ich nun an den beiden Einzelsprints liefern muss. Tatsächlich konnte ich mir dank einem 8. und 3. Rang meinen ersten Weltcupstartplatz sichern. Den Bericht von Swiss Orienteering gibt’s hier: https://www.swiss-orienteering.ch/de/news/ol/2331-selektionen-weltcup-schweden.html

Bevor es aber am 20. Mai zum Weltcup nach Schweden losgeht, war ich nun bereits oben im Norden und lief das erste Mal für meinen neuen schwedischen Club die 10Mila, eine der grössten OL-Staffeln überhaupt. Wir hatten ein starkes Team und alle zehn Läufer zeigten richtig solide Läufe und so durfte ich nach 9 Stunden, 45 Minuten und 53 Sekunden auf dem 5. Schlussrang ins Ziel einlaufen. Diese Erfahrung war sehr cool und ich freue mich bereits, die Jukola im Juni, und danach viele weitere Staffeln mit diesem Team zu laufen.

In den nächsten beiden Wochen liegt der Fokus nun nochmals 100% auf dem Sprint, damit ich an meinem Weltcupdebut mein volles Potenzial ausschöpfen kann.

Tino Polsini, 8. Mai 2022


Holpriger Start ins Jahr 2022

Das Wintertraining läuft nun schon seit 3 Monaten, etliche Trainingsstunden habe ich hinter mir und der Frühling und damit die neue Wettkampfsaison kommen langsam näher. Leider aber lief es nicht wie geplant und eine Achillessehnenentzündung im Dezember und Januar reduzierte meine Laufkilometer auf ein Minimum. Stattdessen absolvierte ich mehr Trainings auf den Langlaufskis, auf dem Velo oder im Wasser. Dazu kam eine Covid-Infektion, wobei ich noch einige Tage in Isolation auf Gran Canaria festsass.

Nun bin ich aber «back on track» und startete in das Trainingslager in der Türkei mit dem Kader. Vor allem, weil ich noch nie hier war, werde ich von diesen neuen Geländen sicher viel lernen und profitieren können. Die Vorbereitung läuft also auf Hochtouren, aber bis die Saison so richtig losgeht, stehen noch 2 Monate harte Arbeit an, damit ich zum Saisonstart in Höchstform bin.

Ich freue mich auf meine 3. Saison bei der Elite und meine Augen sind auf den Weltcup und die Studenten-WM gerichtet, meine Hauptziele dieses Jahr. Deshalb muss ich jetzt zurück an die Arbeit, damit ich bald wieder leidend im Kaderdress abgelichtet werden kann wie im Bild links. ;)

Tino Polsini, 20. Februar 2022


Saisonfinale auf Asphalt

Bereits 3 Wochen ist es her, seit ich mein äusserst erfolgreiches Debut auf internationaler Stufe bei der Elite feiern durfte. Am Euromeeting auf der Bettmeralp konnte ich sowohl auf der Mittel- wie auch auf der Langdistanz mein Potential ausschöpfen und zweimal in die Top 10 laufen (9. und 5.). Das lässt mich zuversichtlich in die Zukunft blicken und ich freue mich bereits auf die Saison 2022.

Die letzten zwei Wochen meines Trainings sind geprägt von harter Unterlage. Diese Woche verbringe ich in Dänemark, im Gastland der nächstjährigen WM, mit lauter sprintspezifischen Trainings und zwei World Ranking Events am Wochenende. Ausser dem Dauerregen ist dieses Trainingslager bis jetzt ein Erfolg.

Am 31. Oktober schliesse ich die lange Saison dann mit meinem Halbmarathon-Debut ab. In Luzern wage ich mich das erste Mal auf die 21.1km, ich bin gespannt, was ich für eine Zeit in den Beinen habe.

Danach freue ich mich auf die Trainingspause mit ein paar ruhigeren Wochen. Der Winter wird lange genug, da ist es wichtig vorher etwas runterzufahren, um danach mit voller Motivation wieder ins Training einzusteigen.

Tino Polsini, 21. Oktober 2021


Abschluss der RS im hohen Norden

Während der Spitzensport-RS sind wir viel gereist. Viel innerhalb der Schweiz, aber zum Beispiel auch nach Tschechien und Schweden. Die letzten 2.5 der 18 Wochen verbrachten wir wiederum in Skandinavien. Einige Trainings in Sälen und weitere in Idre Fjäll, wo ich dann beim Weltcup am Wochenende leider nur ein Fan war. Bei den gleichzeitig stattfindenden Zuschauerläufen konnte ich jedoch sehr gute Leistungen zeigen, wozu mir die vielen Trainings im Norden auf jeden Fall geholfen haben.

In der letzten Woche ging unser Road-Trip erst so richtig los und wir verlagerten noch einige Breitengrade weiter nach Norden. Von Idre Fjäll (SWE) fuhren wir in zwei Tagen bis nach Rovaniemi (FIN) an den Polarkreis. Dort bereitete ich mich mit der OLV Baselland auf die Jukola-Staffel vor.

Ich durfte die 7. und letzte Strecke laufen und dank eines sehr guten Laufes meinerseits konnte ich das Team noch bis auf den 30. Platz bringen. Insgesamt zeigten alle gute Leistungen und wir können mit dem Resultat sicher zufrieden sein.

Mit dem Ende dieses längeren Skandinavien-Aufenthalts ist auch die Spitzensport-RS bereits Geschichte. Es war eine super Erfahrung für mich, 18 Wochen wie ein Profisportler zu leben und mich nur aufs Training zu konzentrieren. Ich schätze es sehr, dass die Schweizer Armee den Sport so stark unterstützt.

Nun freue ich mich auf den Rest der Saison mit einigen Wettkämpfen in der Schweiz und der letzten Möglichkeit, mich für einen Weltcup (ITA) zu selektionieren; die Form stimmt auf jeden Fall.

Tino Polsini, 25. August 2021


Erfolgreicher Start in die RS

Die ersten 5 Wochen der Spitzensport-RS in Magglingen sind bereits vorbei, und damit auch die militärische Grundausbildung. Von nun an werden wir drei OL-Läufer nicht mehr allzu oft in Magglingen anzutreffen sein, da wir in vielen Trainingslagern unterwegs sein werden, um den optimalen Gewinn aus dieser RS zu ziehen. So wird es uns innerhalb der Schweiz nach St. Moritz, Andermatt, Arosa und ins Tessin verschlagen, einige Wochen aber auch nach Tschechien und Schweden.

Auch ist die Infrastruktur in Magglingen natürlich perfekt, so habe ich zum Beispiel von der Physiotherapie schon Gebrauch machen können, um an meinen Schwächen zu arbeiten, und konnte im Medical Center einen Check machen, ob meine Covid-Infektion keine Schäden hinterlassen hat. Dies auch weil ich in den letzten Wochen nicht ganz die Leistungen bringen konnte, die ich mir erhoffte. Insbesondere habe ich leider die Selektion für die Europameisterschaften nicht geschafft. Mir war jedoch bewusst, dass ich einen gewissen Trainingsrückstand hatte, aufgrund der Pause durch die Infektion, und dass dieses Ziel ohnehin sehr hochgesteckt war.

Es werden sich in Zukunft noch viele Chancen bieten und nun werde ich mich darauf konzentrieren, während diesen 18 Wochen so viele Fortschritte wie möglich zu machen und vor allem langfristig gesehen davon zu profitieren.

Tino Polsini, 23. Mai 2021

Die entscheidende Phase

Nach einem von meinen Schienbeinproblemen geprägtem Winter und etwas mehr alternativem Training als erhofft, war ich zurück in normalem Training und freute mich auf das erste Trainingslager des Jahres mit dem Kader Ende Februar. Nachdem ich am ersten Tag des Trainingslagers gerade meine letzte Prüfung hinter mich gebracht hatte, reiste ich direkt nach Frankreich nach, wo mich wunderschönes Frühlingswetter erwartete. Die intensive Woche in den Steinen von Fontainebleau wurde durch positive Schnelltests, trotz strengem Schutzkonzept, einen Tag vor geplantem Schluss abrupt abgebrochen und wir traten die Heimreise an. 10 Tage Quarantäne standen als nächstes an. Als ich mich wegen Symptomen nach dem Trainingslager auch noch testen liess, war ich leider auch positiv. Meine Symptome blieben harmlos, nichtsdestotrotz wurde ich im Aufbautraining ziemlich zurückgeworfen.

Nun bin ich zurück im vollen Training und kann auch wieder intensive Einheiten absolvieren. Die Testläufe für die Heim-EM in Neuchâtel sind nur noch einen knappen Monat entfernt, also ist die entscheidende Phase definitiv angebrochen. Ich bin zuversichtlich, dass ich noch rechtzeitig in Form kommen kann und an Motivation fehlt es mir nicht. Ein weiteres Trainingslager soll Anfangs April in Tschechien stattfinden. In der Woche der Testläufe beginnt ausserdem die Spitzensport-RS in Magglingen. Zusammen mit zwei Kaderkollegen werde ich 18 Wochen unter besten Voraussetzungen trainieren können, das ist eine grosse Chance für mich und meine Karriere.

Tino Polsini, 20. März 2021

Mit Vollgas ins 2021

Vor einer Woche habe ich mit dem Wintertraining begonnen. Heute wurde ich erneut fürs Nationalkader selektioniert. Einem super Winter steht also nichts mehr im Weg.

Ich schaue zurück auf eine unspektakuläre Wettkampfsaison 2020. Im Februar und März war ich je eine gute Woche in Spanien resp. Portugal im Trainingslager und habe mich auf die Wettkämpfe vorbereitet und gefreut. Doch bekanntlich kam es anders. Lockdown Nr. 1 bahnte sich an und der Frühling war gelaufen. Statt im April die ersten Wettkämpfe zu absolvieren trainierte ich mehr denn je. Im Juni war ich dann 3 Wochen lang in St. Moritz mit einigen Kollegen im Höhen-Trainingslager. Es machte richtig spass, mal wieder in kleineren Gruppen zu trainieren und vor allem an einem anderen Ort und nicht immer von der eigenen Haustür aus. Im Sommer hatten wir dann tatsächlich zwei Wettkampfwochenenden, jedoch ausschliesslich für die Elite, und ein Trainingslager mit dem Kader in Gstaad.

Die Vorfreude auf einen etwas wettkampfreicheren Herbst war gross. An den einzigen Testläufen des Jahres selektionierte ich mich für den einzigen internationalen Anlass des Jahres, das Euromeeting in Tschechien. Die Schweizermeisterschaften über die Sprint-, Mittel-, und Langdistanz blieben aber das höchste der Gefühle. Lockdown Nr. 2 beendete die Saison leider wieder frühzeitig.

Nichtsdestotrotz war meine erste Saison bei der Elite ein Erfolg. Ich konnte den Trainingsumfang stark steigern, einige solide Resultate abliefern und mich im Team einfinden.

Tino Polsini, 17. November 2020

Meine ersten Elite-SMs

Nach einem Wettkampftechnisch sehr unspektakulären Frühling und Sommer, fanden nun im Herbst tatsächlich noch eine Hand voll nationaler Läufe statt. Bei meinen ersten Einzel-Schweizermeisterschaften bei der Elite war ich erwartungsgemäss nicht zuoberst auf der Rangliste anzutreffen. Mit den Rängen 14 und 16 in der Sprint- resp. Langdistanz kann ich aber trotzdem zufrieden sein. Mit diesen Läufen qualifizierte ich mich ausserdem für den einzigen, nicht abgesagten internationalen Anlass dieses Jahr, dem Euromeeting in Tschechien Ende Oktober.

An der Sprintstaffel-SM konnten ich mit der OLV Baselland die Silbermedaille gewinnen. Nach langer Führung beendeten wir das Rennen schlussendlich auf den zweiten Platz. Es macht spass mit so einem starken Team laufen zu können.

Tino Polsini, 11. Oktober 2020

Vorbereitung auf einen wettkampfreichen Herbst

Endlich habe ich es geschafft, ein Rückblick-Video des Höhentrainingslagers im Engadin zu schneiden. Es zeigt einen keinen Einblick in den Trainingsalltag während drei Wochen im Juni. Ein paar Zahlen dazu: 44h Training, 350km / 11’000hm Laufen, 260km / 2’600hm Radfahren, tausende verbrannte Kalorien und unzählige wunderschöne Aussichten.

Im Juli trainierte ich dann grösstenteils zu Hause und versuchte die heissesten Stunden etwas zu umgehen. Das Training alleine macht mir zwar sehr spass, aber mittlerweile habe schon etwas "Wettkampf-Entzug" und freue mich sehr auf den Herbst. Nun bleiben noch 2,5 Wochen bis zu den Testläufen für das Euromeeting in Tschechien. Nächste Woche werde ich mit dem Kader in der Region Gstaad noch an meiner OL-Technik feilen und mich danach auf die Erholung konzentrieren, um an den Testläufen das Maximum aus mir herauszuholen.

Tino Polsini, 7. August 2020

Die ersten Wettkämpfe, endlich!

Zwei von drei Wochen des Höhentrainingslager in St. Moritz sind bereits vorbei. Als Vorbereitung auf die sehr kurze Wettkampfsaison 2020 trainiere ich mit dem Kader hier auf 1750m.ü.M. Die Luft ist dünn, die Natur wunderschön und das Wetter nicht gerade berauschend. Trainingsmässig bietet es von den Trails rund um St. Moritz, über die verwinkelten Engadiner Dörfer, die alpinen Wälder, die 400m-Bahn, die Passstrassen zum Bernina und Julier, bis hin zum Hallenbad alles was das Sportlerherz begehrt.

Nun finden dieses Wochenende im Unterengadin endlich die ersten Wettkämpfe statt, mit mehr als drei Monaten Verspätung. Am Samstag wird in Susch eine Mitteldistanz ausgetragen und am Sonntag zwei Sprints (Quali und Final) in Sent resp. Ftan. Ich freue mich, wieder die Anspannung am Start und das Wettkampffeeling zu spüren. Zudem kann ich mich wieder im Ernstkampf mit anderen vergleichen und bin gespannt, wo ich stehe und was noch zu machen ist. Noch sind diese Wettkämpfe noch nicht von grösster Bedeutung, aber eine gute Standortbestimmung hinsichtlich den Testläufen Ende August.

Tino Polsini, 19. Juni 2020

Mehr Training, neue Website!

Nach gutem Basistraining im Winter und zwei intensiven Trainingslagern in Spanien und Portugal, war ich im März bereit für den Saisonstart. Nun werden, Stand heute, die ersten wichtigen Wettkämpfe dieses Jahres statt im April, erst im August stattfinden.

Als OL-Läufer war das Training während des Lockdowns zum Glück nur wenig eingeschränkt. In dieser Zeit war ich wortwörtlich «Einzelsportler» und trainierte tagtäglich allein von zuhause aus. Von Zeit zu Zeit liess die Trainingsmotivation ein kleines bisschen nach, denn so ganz ohne Wettkämpfe ist es schwieriger, sich klarzumachen, wieso man überhaupt trainiert.

Aber schliesslich habe ich ja nicht nur Ziele in dieser Saison, sondern auch langfristige. Deshalb sah ich diese Situation als Chance, mit gutem, konstantem Training eine bessere Basis für den hoffentlich etwas wettkampfreicheren Herbst zu schaffen, und generell die Lücke zu den besten im Kader etwas zu schmälern.

Im April habe ich mit 473km und 12’200hm Lauftraining einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Da ging ich scheinbar ziemlich an meine Grenzen und bekam mit bekannten Schien-beinproblemen zu kämpfen. Durch schnelles Reagieren und etwas weniger Lauf- aber dafür Velotraining, wurde ich dies aber schnell wieder los.

Durch den Lockdown hatte ich auch genug Zeit, eine neue Website auf die Beine zu stellen. Hier werde ich regelmässig News hochladen, sobald es dann etwas mehr zu erzählen gibt. ;)

Tino Polsini, 22. Mai 2020