Meine ersten Elite-SMs

Nach einem Wettkampftechnisch sehr unspektakulären Frühling und Sommer, fanden nun im Herbst tatsächlich noch eine Hand voll nationaler Läufe statt. Bei meinen ersten Einzel-Schweizermeisterschaften bei der Elite war ich erwartungsgemäss nicht zuoberst auf der Rangliste anzutreffen. Mit den Rängen 14 und 16 in der Sprint- resp. Langdistanz kann ich aber trotzdem zufrieden sein. Mit diesen Läufen qualifizierte ich mich ausserdem für den einzigen, nicht abgesagten internationalen Anlass dieses Jahr, dem Euromeeting in Tschechien Ende Oktober.

An der Sprintstaffel-SM konnten ich mit der OLV Baselland die Silbermedaille gewinnen. Nach langer Führung beendeten wir das Rennen schlussendlich auf den zweiten Platz. Es macht spass mit so einem starken Team laufen zu können.


Vorbereitung auf einen wettkampfreichen Herbst

Endlich habe ich es geschafft, ein Rückblick-Video des Höhentrainingslagers im Engadin zu schneiden. Es zeigt einen keinen Einblick in den Trainingsalltag während drei Wochen im Juni. Ein paar Zahlen dazu: 44h Training, 350km / 11’000hm Laufen, 260km / 2’600hm Radfahren, tausende verbrannte Kalorien und unzählige wunderschöne Aussichten.

Im Juli trainierte ich dann grösstenteils zu Hause und versuchte die heissesten Stunden etwas zu umgehen. Das Training alleine macht mir zwar sehr spass, aber mittlerweile habe schon etwas "Wettkampf-Entzug" und freue mich sehr auf den Herbst. Nun bleiben noch 2,5 Wochen bis zu den Testläufen für das Euromeeting in Tschechien. Nächste Woche werde ich mit dem Kader in der Region Gstaad noch an meiner OL-Technik feilen und mich danach auf die Erholung konzentrieren, um an den Testläufen das Maximum aus mir herauszuholen.


Die ersten Wettkämpfe, endlich!

Zwei von drei Wochen des Höhentrainingslager in St. Moritz sind bereits vorbei. Als Vorbereitung auf die sehr kurze Wettkampfsaison 2020 trainiere ich mit dem Kader hier auf 1750m.ü.M. Die Luft ist dünn, die Natur wunderschön und das Wetter nicht gerade berauschend. Trainingsmässig bietet es von den Trails rund um St. Moritz, über die verwinkelten Engadiner Dörfer, die alpinen Wälder, die 400m-Bahn, die Passstrassen zum Bernina und Julier, bis hin zum Hallenbad alles was das Sportlerherz begehrt.

Nun finden dieses Wochenende im Unterengadin endlich die ersten Wettkämpfe statt, mit mehr als drei Monaten Verspätung. Am Samstag wird in Susch eine Mitteldistanz ausgetragen und am Sonntag zwei Sprints (Quali und Final) in Sent resp. Ftan. Ich freue mich, wieder die Anspannung am Start und das Wettkampffeeling zu spüren. Zudem kann ich mich wieder im Ernstkampf mit anderen vergleichen und bin gespannt, wo ich stehe und was noch zu machen ist. Noch sind diese Wettkämpfe noch nicht von grösster Bedeutung, aber eine gute Standortbestimmung hinsichtlich den Testläufen Ende August.


Mehr Training, neue Website!

Nach gutem Basistraining im Winter und zwei intensiven Trainingslagern in Spanien und Portugal, war ich im März bereit für den Saisonstart. Nun werden, Stand heute, die ersten wichtigen Wettkämpfe dieses Jahres statt im April, erst im August stattfinden.

Als OL-Läufer war das Training während des Lockdowns zum Glück nur wenig eingeschränkt. In dieser Zeit war ich wortwörtlich «Einzelsportler» und trainierte tagtäglich allein von zuhause aus. Von Zeit zu Zeit liess die Trainingsmotivation ein kleines bisschen nach, denn so ganz ohne Wettkämpfe ist es schwieriger, sich klarzumachen, wieso man überhaupt trainiert.

Aber schliesslich habe ich ja nicht nur Ziele in dieser Saison, sondern auch langfristige. Deshalb sah ich diese Situation als Chance, mit gutem, konstantem Training eine bessere Basis für den hoffentlich etwas wettkampfreicheren Herbst zu schaffen, und generell die Lücke zu den besten im Kader etwas zu schmälern.

Im April habe ich mit 473km und 12’200hm Lauftraining einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Da ging ich scheinbar ziemlich an meine Grenzen und bekam mit bekannten Schien-beinproblemen zu kämpfen. Durch schnelles Reagieren und etwas weniger Lauf- aber dafür Velotraining, wurde ich dies aber schnell wieder los.

Durch den Lockdown hatte ich auch genug Zeit, eine neue Website auf die Beine zu stellen. Hier werde ich regelmässig News hochladen, sobald es dann etwas mehr zu erzählen gibt. ;)


Rückblick Saison 2019

Das wichtigste Vorweg: Ich wurde für das Elite Nationalkader 2020 selektioniert, was für mich einen weiteren sehr grossen Schritt in Richtung meines Traumes bedeutet. Zuerst möchte ich jedoch einen Blick zurück auf meine letzte Saison als Junior werfen.


Junioren-WM, Dänemark

Anfangs Juli stand das grosse Saisonhighlight auf dem Programm. Mein grosser Traum war von der Junioren-WM mit einer Medaille nach Hause zu reisen. Doch schon bevor die WM überhaupt begann, war dieser Traum so gut wie geplatzt. Ich reiste nicht fit nach Dänemark und das linke Knie bereitete mir auch noch Probleme. Natürlich gab ich dennoch mein Bestes und kämpfte um jede Sekunde.

Leider kam es aber wie erwartet und ich konnte meine eigentliche physische Stärke nicht ausspielen. So beendete ich die Rennen, trotz guten technischen Leistungen, auf den Plätzen 17, 20, 22 und 23. Diese Ergebnisse sind natürlich alles andere als schlecht, dennoch hat der Exploit leider gefehlt. Die Vorbereitung stellte sich als nicht optimal heraus, resp. die Erholung vor den Wettkämpfen war zu gering. Wahrscheinlich haben mich die Maturprüfungen mehr belastet als ich erwartet hätte. Aber zum Glück lernt man ja bekanntlich aus Fehlern.

Junioren Europacup, Frankreich

Am zweiten internationalen Anlass wollte ich dann unbedingt beweisen, dass ich auch auf dieser Bühne mithalten kann. Ich reiste Ende September mit guter Form nach Südfrankreich und wollte diese ausnützen.

In den beiden Einzelläufen über die Sprint- und Langdistanz verpasste ich ein Diplom um nur 2 resp. 1 Sekunde und beide Male hinderte mich ein kleiner Aussetzer am Podestplatz. Mit diesen beiden 7. Plätzen kann und muss ich dennoch sehr zufrieden sein.

Das grosse Highlight folgte jedoch in meinem allerletzten internationalen Rennen als Junior. Bei der abschliessenden Staffel lieferten alle in meinem Team sehr starke Läufe und wir liefen gemeinsam zur Bronzemedaille. Das war der perfekte Abschluss meiner Zeit als Junior und macht Lust auf mehr.

Schweizermeisterschaften

Der Saisonauftakt an den Nacht-OL Meisterschaften ging gleich mal in die Hose. Ich war im Vorfeld krank und musste mich mit dem unter diesen Umständen sehr guten 6. Platz begnügen. Wenig später, an der nächsten Schweizermeisterschaft, der Mitteldistanz, war ich glücklicherweise wieder fit und konnte mir in einem schnellen Rennen die Silbermedaille ergattern. Beim drittletzten Posten war ich sogar noch knapp in Führung, verlor dann aber leider eine Kontaktlinse und machte durch das eingeschränkte Sichtfeld einen kleinen Fehler zum zweitletzten Posten.

Bei Gefühlten 40°C im Schatten lief ich für das zweite Team der OLV Baselland an der Staffel-SM der Elite. Mit dem 6. Rang dürfen wir sehr zufrieden sein, auch wenn tatsächlich sogar noch mehr drin gelegen wäre.

Im Herbst fanden dann die restlichen vier Schweizermeisterschaften statt, bei denen ich sehr gut abschnitt. Durch konstantes und qualitativ gutes Training im August, September und Oktober, war ich super in Form für die Sprint- und eine Woche später die Langdistanz-SM. Dass es beide Male so perfekt aufgeht und ich mit zwei Goldmedaillen nach Hause reise, konnte ich dennoch nicht erwarten und freute mich natürlich ausserordentlich. Ich nahm den Schwung mit und der Herbst wurde nur noch besser. An der Team-OL SM holte ich mit der OLV Baselland die Goldmedaille bei der Elite. Am Grand Slam Final, der eine Woche später stattfand und bei dem die besten 3 Junioren und die besten 6 Eliteläufer gegeneinander antreten, musste ich mich einzig Daniel Hubmann (8-facher Weltmeister) geschlagen geben und lief auf den 2. Platz. Das war auch der einzige Wettkampf an dem ich etwas Preisgeld gewonnen habe, sonst zahle ich immer nur Startgeld.
 

Einmal mehr darf ich übers Ganze gesehen auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken, auch wenn ich an der Junioren-WM einen Dämpfer wegstecken musste. Durch meine gute Herbstsaison ging der grosse Traum, mich dem Schweizer Elitekader anschliessen zu dürfen, vor gut einer Woche auch noch in Erfüllung und somit bin ich immer noch auf dem schnellsten und besten Weg zum Weltmeistertitel.

 

2020

Nun geht es erst richtig los! Durch die Aufnahme ins Elite Nationalkader sind natürlich schon sehr viele Termine wie Kaderzusammenzüge oder Trainingslager bereits fix und es wird mir im nächsten Jahr sicher nicht langweilig. Ziele für die nächste Saison zu setzen ist nicht einfach. Ich werde hauptsächlich nationale Wettkämpfe bestreiten und bis Ende 2020 die Lücke zu den besten Läufern möglichst zu schliessen. Nach dem Motto “sag niemals nie” werde ich natürlich trotzdem alles daransetzen, mich mit guten Testläufen für eine Selektion z.B. für das Euromeeting oder sogar eine Weltcup-Runde zu empfehlen.

Nun freue ich mich aber zuerst auf das Wintertraining und einige Kilometer auf den Langlaufskis im Goms.